Rauchmelder

Rauchmelderpflicht ab Januar 2018

Zum Jahreswechsel tritt in Bayern die Rauchmelderpflicht nun auch für Bestandswohnungen in Kraft. Das heißt: Bis zum 31.12.2017 müssen in allen Wohnungen Rauchmelder installiert sein! Um nicht am Ende des Jahres in Zeitnot zu kommen, heißt es sich jetzt schon mal mit dem Thema Rauchmelder-Kauf bzw. Rauchmelder-Installation zu beschäftigen.

 

Hier einige Antworten zu wichtigen Fragen rund um das Thema:

Wieso sollen Rauchmelder installiert werden?

Anders als anzunehmen, stellt der Brandrauch für den Menschen in erster Linie eine größere Gefahr dar als das Feuer. Grund ist, dass im Rauch sehr viele verschiedene hochgiftige Gase enthalten sind, die schon nach wenigen Atemzügen für den Mensch zum Tode führen können. Dies ist besonders nachts gefährlich, da der Geruchssinn des Menschen im Schlaf nicht funktioniert. Und genau hier kommen Rauchmelder ins Spiel: Sie schlagen bereits ab geringen Mengen Rauch in der Umgebungsluft Alarm und alarmieren so die Bewohner, die sich entweder rechtzeitig aus ihrer Wohnung retten und die Feuerwehr verständigen können oder gar einen Entstehungsbrand selbst löschen können.

Achtung: Ein Rauchmelder verständigt nicht automatisch die Feuerwehr. Dies muss separat über die Notrufnummer 112 geschehen!

 

Wie funktioniert ein Rauchmelder?

In der Regel handelt sich bei Rauchmeldern um optische Melder, in deren Inneren sich eine Lichtquelle und ein Licht-Sensor (Photo-Diode) befinden. Das Funktionsprinzip beruht darauf, dass der Lichtstrahl der Lichtquelle im Normalfall an den Wänden der Messkammer so abgelenkt wird, dass der Sensor ihn nicht wahrnimmt. Dringt nun Rauch aus der Umgebungsluft über Öffnungen in die Kammer ein, wird der Lichtstrahl an den Rauchpartikeln abgelenkt, sodass ein gewisser Teil der Strahlen auf den Licht-Sensor trifft. Dieser löst daraufhin den Alarm aus.

Hinweis: Eine Unterscheidung um welche Partikel es sich handelt, kann nicht getroffen werden, d.h. es können z.B. auch Staubpartikel zu einer Auslösung des Melders führen.

 

Wieviele Rauchmelder brauche ich in meiner Wohnung?

Rauchmelder müssen in jedem Kinder- bzw. Schlafzimmer und in jedem Flur, der zu Aufenthaltsräumen (Küche, Wohnzimmer, etc.) führt, installiert werden! Gerade in Nichtraucher-Haushalten können zusätzliche Rauchmelder im Wohnzimmer/Arbeitszimmer/etc. aber nicht schaden. Bei Einfamilienhäusern ist auch die Installation eines Melders im Keller empfehlenswert. Von einer Installation in Küche bzw. Bad wird abgeraten, da dies im Zuge der erwartbaren Rauch- und Dampfentwicklung zu viele Fehlalarme produzieren würde. Hier bieten sich Alternativlösungen, wie z.B. Hitzemeldern an (keine Pflicht!).

 

Worauf muss ich beim Rauchmelder-Kauf achten?

Es sind nur Rauchmelder nach der europäischen Norm DIN EN 14604 zulässig. Ob es sich um einen solchen Rauchmelder handelt ist beim Kauf an der CE-Kennzeichnung zu erkennen. Produkte ohne ein CE-Zeichen sind nicht zulässig! Als zusätzliches Qualitätssymbol können die Melder auch VdS-zertifiziert sein.

Für gehörlose Menschen gibt es spezielle Rauchmelder, die über Lichtblitze und Summer einen Alarm signalisieren.

 

Welche Arten Rauchmelder gibt es?

Zunächst kann zwischen unvernetzten und vernetzten Rauchmeldern unterschieden werden. Während unvernetzte Melder unabhängig voneinander auslösen, wird bei vernetzten Geräten (Funkrauchmelder) ein Sammelalarm ausgelöst, der stets alle Rauchmelder im entsprechenden Netz ertönen lässt. Letzteres ist besonders bei größeren bzw. mehrstöckigen Wohnungen oder Wohnhäusern zu empfehlen.

Des Weiteren lässt sich in der Art der Stromversorgung unterscheiden. Während an das Stromnetz angeschlossene Melder eher für Neubauten geeignet sind (müssen bei der Planung entsprechend berücksichtigt werden), werden nachgerüstete Melder über Batterien betrieben. Dabei gibt es Geräte, die mit einer nicht wechselbaren 10-Jahres-Batterie ausgestattet sind und somit einen Batteriewechsel überflüssig machen. Allerdings müssen diese Geräte nach Ablauf der Lebensdauer der Batterie komplett ersetzt werden. Geräte mit wechselbaren Batterien können mit regelmäßigem Batteriewechsel dagegen länger betrieben werden.

Zusätzliche Funktionen, wie ein integriertes Insektenschutzgitter oder Verschmutzungskompensation verringern den Wartungsaufwand zusätzlich.

Zum Vergleich der verschiedenen Modelle empfiehlt es sich über das Internet nach entsprechenden Tests und Vergleichen zu suchen.

Welche Art Rauchmelder verbaut wird, kann frei entschieden werden, da hierüber keinerlei baurechtliche Vorgaben bestehen.

 

Worauf muss ich beim Einbau achten?

Rauchmelder müssen so angebracht sein, dass der Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Entsprechend empfiehlt sich die Anbringung an der Zimmerdecke, da sich der Rauch hier sammelt. Genauere Informationen zur Standortwahl, sowie zur Montage und Wartung können den beiliegenden Betriebsanleitungen der Hersteller entnommen werden.

 

Muss ich als Mieter selbst Rauchmelder kaufen?

Nein! Zuständig für den Kauf und Einbau der Rauchmelder ist der Eigentümer der Wohnung, also in der Regel der Vermieter.

 

Wer ist für die Betriebsbereitschaft der verbauten Rauchmelder verantwortlich?

Die Betriebsbereitschaft muss der Besitzer der Wohnung sicherstellen, also in der Regel der Mieter. Der Wohnungseigentümer (also der Vermieter) kann die Wartung allerdings auch selbst übernehmen und die dabei entstehenden Kosten im Rahmen der jährlichen Nebenkostenabrechnung auf den Mieter umlegen.

 

Müssen die Rauchmelder regelmäßig geprüft werden?

Rein baurechtlich ist eine wiederkehrende Prüfung nicht vorgesehen. Einige Hersteller empfehlen aber eine jährliche Funktionsprüfung. Diese erfolgt ganz einfach über Betätigen der Test-Taste am Rauchmelder selbst. Genaueres hierzu ist den beiliegenden Betriebsanleitungen zu entnehmen.

ACHTUNG: Es erfolgt keine Kontrolle durch Feuerwehr, Polizei, o.ä.! Mit diesem Vorwand sollen sich in der Vergangenheit immer wieder Trickbetrüger Zugang zu Wohnungen verschafft haben. Sollten Sie mit einer ähnlichen Situation konfrontiert werden, lassen Sie die Personen keinesfalls in Ihre Wohnung und rufen Sie die Polizei!

 

Was passiert, wenn nach dem 01.01.2018 keine Rauchmelder installiert sind bzw. deren Betriebssicherheit nicht ordnungsgemäß sichergestellt wird?

Zunächst passiert nichts, da eine behördliche Überprüfung der bauordnungsrechtlichen Montage nicht vorgesehen ist. Im Schadensfall wird aber der jeweilige Verantwortliche mit entsprechenden Konsequenzen rechnen müssen.

 

Wo kann ich mich über die gesetzlichen Hintergründe zur Rauchmelderpflicht informieren?

Die Rauchmelderpflicht ist in der Bayrischen Bauordnung (BayBO Art. 46) geregelt.

 

Wie verhalte ich mich, wenn in meiner Wohnung ein Rauchmelder auslöst?

  •    Ruhe bewahren!
  •    überprüfen Sie die Echtheit des Alarms

Wenn es sich um einen echten Alarm handelt:

  •    überlegene Sie, ob Sie einen Entstehungsbrand selbst löschen können, ohne sich dabei in zu große Gefahr zu begeben

Wenn sie nicht ohne Gefahr selbst den Brand löschen können:

  •    schließen Sie die Tür zum Brandraum, warnen Sie alle Bewohner und verlassen Sie Ihre Wohnung
  •    wählen Sie den Notruf 112 und schildern Sie die Lage

Wenn es sich um einen Fehlalarm handelt:

  •    beenden Sie den Alarmton und überprüfen Sie, was den Melder ausgelöst haben könnte
  •    überprüfen Sie den Melder auf seine Funktion

Wie verhalte ich mich, wenn ich bei meinem Nachbarn einen ausgelösten Rauchmelder höre?

  •    klingeln/klopfen Sie an der Wohnungstür und überprüfen Sie die Echtheit des Alarms
  •    sollte die Tür nicht geöffnet werden, rufen Sie über die Notrufnummer 112 die Feuerwehr (Ihnen entstehen dadurch keine Kosten)
  •    wenn Sie zusätzlich Rauch oder Feuer erkennen können teilen Sie dies beim Notruf mit, warnen Sie alle Bewohner und verlassen das Gebäude.

 Rauchmelder retten Leben

Quellen: Bayerisches Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr; www.rauchmelderpflicht.net