Dramatische Szenen spielten sich am Samstagnachmittag (14.03.) gegen 15 Uhr in der Einhausung der A9 in Bayreuth ab. In Folge eines Unfalls zwischen einem LKW und einem PKW brach ein Feuer aus, welches zeitweise den gesamten Tunnel in dichten Rauch hüllte. Zusätzlich kam es im Rückstau zu einer Massenkarambolage mit acht Fahrzeugen, wobei mehrere Personen eingeklemmt wurden. Glücklicherweise war dies nur ein Übungsszenario für rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei, die die Vollsperrung der A9 in Folge der Abrissarbeiten an der Hochbrücke zur Übung einer Großschadenslage nutzten.
Von Seiten der Feuerwehr bildeten das einsatztaktische Vorgehen bei der Brandbekämpfung und Menschenrettung in Straßentunneln, die Technische Rettung aus den verunfallten Fahrzeugen und die Wasserversorgung zentrale Übungsschwerpunkte. Für das Bayerische Rote Kreuz (BRK) waren der Aufbau und Betrieb einer Verletztensammelstelle und der koordinierte Abtransport der Patienten Kernpunkte der Übung. Die Koordination der Kräfte sowie die Ordnung des Raums waren übergeordnete Aufgaben der beiden Facheinsatzleitungen, die sich als Wagenburg in unmittelbarer Nähe zueinander aufgebaut hatten. Die Polizei beteiligte sich mit zehn Beamten an der Übung und kümmerte sich um die Feststellung der Personalien und Zuordnung der Beteiligten zu den Fahrzeugen. Das THW übernahm dankenswerterweise die äußert schmackhafte Verpflegung der Einsatzkräfte nach der Übung.
Das etwa zweistündige Übungsgeschehen wurde von Übungsbeobachtern verfolgt, um im Nachgang möglichst viele Lehren ziehen und in die weitere Ausbildung und Einsatzvorbereitung einfließen lassen zu können. Allen voran die immense Verrauchung des Tunnels, die sich aufgrund des Windes über die komplette Länge erstreckte, war sehr beeindruckend und bewies, dass das schnelle Verlassen des Fahrzeugs und das umgehende Aufsuchen der nächsten Fluchttüren überlebenswichtig ist. Ferner zeigte die sehr gute Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen die Wichtigkeit der Vernetzung im Rahmen regelmäßiger Treffen, wie dem Freundeskreis Katastrophenschutz.
Von der Feuerwehr Bayreuth waren die Abteilungen Innere Stadt, St. Georgen, Löschzug Ost, Aichig, Löschzug Süd und Feuerwehr-Einsatzleitung beteiligt, ebenso die Feuerwehr Laineck. Das BRK war mit den Bereitschaften aus Bayreuth, Mistelgau, Pegnitz, Bad Berneck und Creußen sowie die Sanitätseinsatzleitung bestehend aus dem Organisatorischen Leiter, der Leitenden Notärztin und der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung vor Ort. Ferner waren die Verkehrspolizeiinspektion Bayreuth und das THW Bayreuth an der Übungsstelle eingesetzt. Insgesamt belief sich die Zahl der unmittelbar beteiligten Einsatzkräfte auf etwa 200. Darüber hinaus waren weitere zwei Dutzend Helfer beim Auf- und Abbau des Szenarios und ein weiteres Dutzend als Verletztendarsteller involviert.
Gemeinsame Pressemitteilung BRK Bayreuth und Freiwillige Feuerwehr Bayreuth