Am Abend des 13.03.2026 kam es in einer Schulsporthalle im Stadtgebiet Bayreuth zu einem Einsatz aufgrund eines akuten Herz-Kreislauf-Stillstandes.
Parallel zur Alarmierung des Notarztes um 19:27 Uhr wurde auch die Abteilung Ständige Wache der Freiwilligen Feuerwehr Bayreuth von der Integrierten Leitstelle als sogenannter First Responder zur Einsatzstelle beordert, da sich die Kameraden zu diesem Zeitpunkt nur unweit auf Rückfahrt von einem vorherigen Einsatz befanden.
Hervorzuheben ist das außerordentlich schnelle und hochprofessionelle Zusammenspiel aller beteiligten Einsatzkräfte: Bereits um 19:28 Uhr traf die Feuerwehr am Einsatzort ein und leitete unverzüglich leitliniengerechte Basismaßnahmen ein. Der Herz-Kreislauf-Stillstand wurde korrekt erkannt, und es erfolgte umgehend eine qualitätsgesicherte Reanimation durch die Ersthelfenden. Besonders hervorzuheben ist der frühe Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED), der auf dem Löschfahrzeug mitgeführt wird und mit dem bei initialem Kammerflimmern eine erste Defibrillation durch die Feuerwehr durchgeführt werden konnte.
Dieses Vorgehen entspricht in idealer Weise den internationalen Leitlinien zur Reanimation, wie sie unter anderem durch den European Resuscitation Council (ERC) und die American Heart Association (AHA) formuliert sind. Diese betonen insbesondere die sogenannte „Kette des Überlebens“ („Chain of Survival“), bestehend aus:
• frühzeitiger Erkennung und Alarmierung,
• sofortiger qualitativ hochwertiger Herzdruckmassage (Laienreanimation),
• frühzeitiger Defibrillation,
• sowie erweiterter Versorgung durch den Rettungsdienst.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass insbesondere die Frühdefibrillation bei Kammerflimmern die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöht. Pro Minute ohne Defibrillation sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa 7–10 %. Durch frühzeitige Maßnahmen – insbesondere durch geschulte Ersthelfende – kann die Überlebensrate hingegen signifikant gesteigert und das neurologische Outcome maßgeblich verbessert werden (ERC Guidelines 2021; Perkins et al.).
Beim Eintreffen des Notarztes wurde eine bereits suffiziente Reanimation vorgefunden, die durch die Feuerwehr eingeleitet worden war. Die Maßnahmen wurden durch die Besatzung des Notarzteinsatzfahrzeuges nahtlos übernommen und leitliniengerecht fortgeführt. Im weiteren Verlauf konnten durch erweiterte Maßnahmen, einschließlich medikamentöser Therapie über einen zentralen Zugangsweg, sowie wiederholter Defibrillation bei persistierendem Kammerflimmern, rasch stabile Kreislaufverhältnisse erreicht werden.
Bemerkenswert ist, dass sich der Zustand des Patienten innerhalb kurzer Zeit derart stabilisierte, dass auf eine endotracheale Intubation im Rahmen der Reanimation verzichtet werden konnte. Dank des außergewöhnlich schnellen und koordinierten Handelns aller Beteiligten (Ersthelfer, Feuerwehr, Rettungsdienst, Integrierte Leitstelle) konnte der Patient bereits um 19:45 Uhr – somit nur 18 Minuten nach Alarmierung – in kreislaufstabilem Zustand im Schockraum des Cardiac Arrest Zentrums am Klinikum Bayreuth übergeben werden.
Nach aktuellem Stand befindet sich der Patient auf einem sehr guten Weg der Besserung. Es bestehen berechtigte Hoffnungen, dass der Herz-Kreislauf-Stillstand ohne relevante neurologische oder organische Folgeschäden überstanden wird. Besonders hervorzuheben ist, dass beim Patienten zuvor keine relevanten Vorerkrankungen bekannt waren.
Dieser Einsatz zeigt eindrucksvoll, wie entscheidend das frühzeitige Eingreifen geschulter Ersthelfender, die Verfügbarkeit von AED-Systemen sowie das reibungslose Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst für das Überleben und die Lebensqualität nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind. Maßnahmen wie Laienreanimation, Frühdefibrillation und strukturierte Notrufabfrage inklusive Telefonreanimation durch die Rettungsleitstelle sind zentrale Elemente moderner Notfallversorgung und retten nachweislich Leben.
Das vorliegende Beispiel kann als Musterfall für eine optimal funktionierende Rettungskette gewertet werden.
Gemeinsame Pressemitteilung Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Rettungszweckverbands Bayreuth–Kulmbach und Freiwillige Feuerwehr Bayreuth